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Magst du Weihnachten? Wirklich? Teil 1

Katrin Hagenbeck Poesie Lyrik Weihnachten

Viel wird in der Weihnachtzeit geschrieben, gekauft, philosophiert.
Ob ich mich da auch anschließen möchte?

Als Kind mochte ich Weihnachten nicht besonders. Es kam mir so oberflächlich vor. Diese scheinbar heile Welt, die mitunter keine war.

Das zog sich weiter. Als junge Erwachsene las ich meinen Eltern lustige, teilweise provozierende Weihnachtstexte vor. Später weigerte ich mich die Lieder mit zu singen.

Und dann entdeckte ich Weihnachten in Spanien. Das schien mir dort wesentlich fröhlicher, heiterer als bei uns. Die Heiligen drei Könige bringen dort am 5.1. am Abend die Geschenke. Die Kinder flitzen aufgeregt in der Kirche herum. Die Könige ziehen  - vergleichbar einem Faschingsumzug – durch die Dörfer und die Städte.  Dadurch, dass die Könige die Geschenke bringen, ist ja bis zum 6.1. immer noch Weihnachten. Bei uns hingegen ist es ja mit dem 24.12.  und den beiden nachfolgenden Tagen vorbei.

Im Gegensatz zu dieser Fröhlichkeit in Spanien  erlebte ich bei uns die Stille und mit ihr viel Traurigkeit.

Eine undefinierbare Traurigkeit. Vieles war für mich einfach nicht stimmig.

Heute sehe ich es anders.

Durch viel persönliche Entwicklung gehe ich anders mit der Stille um. Stille bietet mir heute Zugang zu meiner schöpferischen Kraft.

Präsenz: im Hier und Jetzt sein. Einfach schauen, einfach sein.

Und jetzt begreife ich:  die damals erlebte Traurigkeit war meine eigene, die sich immer dann besonders zeigte, wenn es besinnlich um mich wurde bzw. sein sollte.

Weihnachten hat heute nach wie vor viel Wirbel rund herum.

Es gibt aber auch die andere Seite.

Mein inneres Leuchten, mein inneres Licht, zu dem ich damals keinen Zugang mehr hatte. Und wenn es draußen dunkler wird, ist es vielleicht auch schwieriger dem inneren Strahlen zu folgen.

Besonders spürbar wird es in der Begegnung mit Menschen.

Dort kannst du es im Strahlen der Augen sehen. Und so jemandem zu begegnen macht Freude, erfüllt. Und wenn beide Strahlen, entsteht Magie. Am schönsten zu sehen in den Augen des Geliebten.

Vielleicht sagst du jetzt, das ist ja alles schön und gut. Aber, wie kommt man jetzt zu seinem Spüren? Wie kommt man zu seinem inneren Licht? Das ist ein  Prozess. Mehr dazu im nächsten Beitrag.

Zunächst widmen wir uns Kopf, Herz, Gelassenheit.

Du kennst sicher die Ungeduld, die Stimme im Kopf, dieses oder jenes müsste jetzt sofort geschehen. Gleichzeitig weißt du, dass es darum geht, gelassen zu sein. Hörst du auch die Stimme deines Herzens? Vielleicht ist sie leise. Vielleicht ist sie aber auch traurig, weil sie sich zu wenig gehört fühlt.

In freudvoller Erwartung
Ballade zum ersten Advent

Was hast du dir dabei gedacht?
Du hast das Türchen zugemacht.
Ich spür dich kaum, in unserm Raum.

Entschleunigung, das Zauberwort?
Ist nun der Zauber fort?

Ein Drängen leis im Hintergrund
„Ich bin doch eh da,
nimm mich wahr!“
O göttlich Du, Du in mir drin
Wer bist du? Und: Wohin??

Und stärker wird das Drängen nun.
Ein Kopf ist da! Er steht im Weg!
Ist´s meiner oder deiner?
Es ist wohl beider, leider.
Er trägt ganz stolz ein Schild,
worauf zu lesen steht:
STOPP, bitte warten
Und der Kopf, der geht.

Ich will´s entfernen,  lauf ihm nach
Oh Ungeduld, oh Ungestüm
Es läßt sich nicht bewegen.
Da zücke ich den Degen
Und kämpf und kämpf:
Das Schild muß weg!
Es grinst mich an,
das ist sein Zweck.

Mein göttlich Du daneben steht
Es schaut mit Kulleraugen: geht
„Wohin?“ schrei ich und:
„Nimm mich mit,
auf deinem Ritt zu neuen Ufern
mag mit dir!“
„Dann kämpf nicht wie ein Tier!
Üb dich in Gelassenheit
Kommt Rat, so kommt auch Zeit“

Geb mich geschlagen, lasse los
Die Ungeduld, den Degen
Sind nicht leicht wegzulegen.

Und siehe da: des Kopfes Schild
Es löst sich nun.
Das Türchen öffnet sich:
Advent, Advent ein Lichtlein brennt           

Erst eins…..

Ein Gedanke zu „Magst du Weihnachten? Wirklich? Teil 1

  1. Wunderbarer Text … wir können stets (besonders auch zu Weihnachten) entscheiden, wie wir (das Leben) feiern … in der Stille (um Kraft zu tanken) oder in der ausgelassenen Freude im Mit-EIN-ander (um zu inspirieren, LEBENdigkeit und Gem-EIN-schaft zu feieren …) … so wie es für uns gerade STIMMt 😉

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