AlleHingehört

Die Frucht an deinem Ohr

Katrin Hagenbeck schreibt über Stimme und Ausdruck

Was hörst du gerne? Bei wem hörst du gerne hin?
Was erfreut deine Seele?
Die Frucht an deinem Ohr, was könnte ich damit wohl meinen?
Das Elaborat anderer, das können ausgesprochene Gedanken sein, Vorträge oder auch Musik.

Dieses Thema können wir von so vielen verschiedenen Seiten betrachten.
Was lässt du an deine Ohren? Welche Musik hörst du? Was macht das mit dir? Darüber ein anderes Mal mehr.
Hier und Jetzt widme ich mich dem Thema, bei wem hörst du gerne hin?
Und was macht diese Person, wenn sie spricht. Sicher kennst du die Situation, dass dich ein Thema brennend interessiert und du irgendwann mit der Aufmerksamkeit abschweifst. Das kann damit zusammen hängen, dass so genannte Experten, die vielleicht auch ein besonderes Wissen haben, so sprechen, dass es einfach langweilig, wenig überzeugend ist.
Aus meiner Perspektive als Stimmtrainerin empfinde ich das immer mehr als absolut unhöflich, wenig wertschätzend. Und doch scheint es akzeptiert. Du kennst aber auch die andere Situation, dass sich Menschen super super toll präsentieren und du dich nachher fragst, worum es eigentlich gegangen ist. Also um eine gewisse Inhaltsleere...

Nun, das ist die Situation.
Weiters ist beobachtbar, dass Schauspieler und Schauspielerinnen immer schwerer verständlich sind, dass auf der Bühne oder im Film entweder undeutlich gesprochen oder geschrien wird. Hierzu kann ich nur vermuten, warum das so ist: vielleicht eine falsch verstandene Lässigkeit oder Natürlichkeit. So beobachte ich das öfter im Management, wenn Führungskräfte sich oder ein Thema präsentieren.

Immer wenn wir sprechen, tun wir dieses in einer gewissen Rolle - sind aber doch auch wir selber.
Wenn Künstlerinnen und Künstler auf einer Bühne stehen und etwas präsentieren und zu lässig sind, finde ich das respektlos. Da wird ein Jahresprogramm für Festspiele präsentiert und der, der spricht, redet undeutlich, hat eine Hand  in der Hosentasche und tut so, als ob er nebenbei etwas erzählen würde.Das gleiche beobachte ich beim Preisverleihungen und denjenigen, die die Laudatio halten. Da wäre es doch angebracht eine professionelle Haltung einzunehmen, deutlich klar und raumfüllend zu sprechen. Stattdessen wird etwas herunter gelesen so, als ob es völlig unwichtig wäre.

Vielleicht kann mir jemand einmal  erklären, warum das so ist. Immer wenn ich mit Menschen zu diesem Thema arbeite, merken sie, was den Unterschied ausmacht. Und alles, was auf einer Bühne stattfindet, gilt ja quasi sprechtechnisch gesehen als Vorbildfunktion.

Für heute soviel: achte einmal  darauf, was dich anspricht, wenn jemand spricht. Was kannst du dir oder möchtest du dir merken?  Es beeinflusst dich mehr als dir bewusst ist.  Es ist wie eine Frucht an deinem Ohr und wenn du das Gesagte zu dir herein lässt, führt es deine Gedanken weiter.
Und das, was du denkst, drückst du aus und wird zu deiner Realität. Geh achtsam damit um, was du als Frucht anderer zu dir herein und wovon du dich berühren lässt.

Jetzt bist du auf das Thema Stimme und Ausdruck neugierig geworden?

Dann lies doch weiter: Stimme spüren, die kraftvolle Mitte finden.